Energieschock stellt Geldpolitik auf den Kopf
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Energieschock stellt Geldpolitik auf den Kopf

Flash boursier vom 23.03.2026

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Trend

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%YTD

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-5.94%

-0.13%

-4.95%

-6.86%

2.34%

4.20%

(Daten vom Freitag vor der Publikation)

Die geopolitische Eskalation im Nahen Osten und die entschieden vorsichtige Positionierung der grossen Zentralbanken waren die beiden Katalysatoren, die den Markt in der vergangenen Woche negativ beeinflusst haben. In dem durch den Energieschock geprägten Umfeld befinden sich die Währungshüter auf einer besonders heiklen Gratwanderung zwischen Inflation und Wachstum.

Zentralbanken setzen auf Status quo

Die Intensivierung der gegenseitigen Luftschläge zwischen Israel und dem Iran, die wichtige Energieinfrastrukturen in Katar und im Gasfeld von South Pars/North Dome getroffen haben, löste einen erneuten Anstieg der Öl- und Gaspreise aus. Der Preis für ein Barrel Brent überschritt die Marke von 113 Dollar und liess die Befürchtungen einer anhaltenden Beeinträchtigung des weltweiten Angebots erneut ansteigen. Das Problem der blockierten Strasse von Hormus, dem strategischen Herzen der weltweiten Energieflüsse, bleibt ungeachtet der diplomatischen Bemühungen um eine internationale Koalition von Donald Trump bestehen.

Für die Zentralbanken kommt dieser Angebotsschock zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt. Die US-Notenbank Fed, die Europäische Zentralbank, die Bank of England und die Schweizerische Nationalbank haben bezüglich ihrer Leitzinsen den Status quo beschlossen. Hinter dieser scheinbaren Stabilität hat sich der Ton jedoch deutlich verschärft. Jerome Powell und die anderen Währungshüter betonten, die makroökonomischen Auswirkungen des Konflikts nicht vorhersagen zu können. Gleichzeitig räumten sie ein, dass die steigenden Energiepreise die Inflation kurzfristig anheizen werden. So haben sämtliche Zentralbanken ihre Inflationserwartungen nach oben revidiert. Vom Markt wurden diese Äusserungen als restriktivere Positionierung interpretiert. Die Zinssenkungserwartungen gingen deutlich zurück, was die Anleihenrenditen ansteigen liess. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen liegt bei knapp 4,40%, diejenige der deutschen Bundesanleihen über 3%.

Weltweite Energiekrise trifft Europa hart

Noch mehr Anlass zu Besorgnis vermittelt das Bild in Europa. Der ZEW-Konjunkturerwartungsindex für Deutschland ist eingebrochen, was die direkten Auswirkungen des Energieschocks auf die Wirtschaftperspektiven verdeutlicht. Die EZB hat ihre Inflationsprognose auf 2,6% angehoben und gleichzeitig ihre Wachstumsprognose auf 0,9% gesenkt. Damit steigen die Erwartungen einer geldpolitischen Straffung im laufenden Jahr. Europa erscheint besonders anfällig, im Gegensatz zu den USA, die in Sachen Energie weitgehend autark sind.

Als logische Folge dieser Entwicklung – steigende Zinsen und zunehmende Risikoaversion – korrigierten die Aktienmärkte. Der S&P 500 verlor 1,90%, der Nasdaq 2,07%. In Europa fiel der Einbruch mit -3,77% für den Euro Stoxx 50 und -4,04% für den SMI markanter aus. Auch Industrierohstoffe und Edelmetalle verzeichneten Kursverluste, was auf die erwartete globale Konjunkturabschwächung und die Spannungen am Anleihenmarkt zurückzuführen ist

 
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