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30/03/2020

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30/03/2020

Das Wichtigste in Kürze

 USD/CHFEUR/CHFSMIEURO STOXX 50DAX 30CAC 40FTSE 100S&P 500NASDAQNIKKEIMSCI Emerging MArkets
Letzter Stand0.951.068'996.372'728.659'632.524'351.495'510.332'541.477'502.3819'389.43842.54
Trend
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
%YTD-1.54%-2.36%-15.26%-27.14%-27.30%-27.21%-26.94%-21.34%-16.39%-18.04%-24.41%

 

Haupttrends:

1. Noch nie dagewesene Konjunktur- und Hilfspakete

2. Chinesische Zentralbank senkt Reposatz

 

Heftige Temperaturschwankungen an den Märkten

Die Finanzmärkte sehen sich mit einer noch nie dagewesenen Krise mit äusserst ungewissem Ausgang konfrontiert. Daher sind sämtliche Anlagesegmente, von den Aktien über Rohstoffe und Immobilien bis zu den Anleihen, heftigen Schwankungen unterworfen.

Es scheint, dass sich der Rhythmus der Neuansteckungen mit dem Coronavirus global verlangsamt, was Grund zur Hoffnung gibt. Allerdings sind die schlechten Nachrichten mit den nächsten Wirtschaftszahlen und Unternehmensergebnissen vorprogrammiert. Gemäss Schätzungen der OECD könnte die Wirtschaftsleistung um einen Viertel fallen, falls die Massnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung von Covid-19 während sechs Monaten aufrecht erhalten bleiben. Zurzeit bleiben das Datum des Ausstiegs aus den Schutzmassnahmen der westlichen Industrieländer und das Tempo der Erholung der Wirtschaftstätigkeit schwer abschätzbar.

Die angekündigten Hilfspakete in noch nie dagewesener Höhe (2 Billionen US-Dollar in den USA und 750 Milliarden Euro in Deutschland) haben den Märkten in der vergangenen Woche einen regelrechten Adrenalinstoss versetzt. Der S&P 500 schoss um 10,3% in die Höhe, der Nikkei sogar um 17%. In Japan erklärte Premierminister Abe, dass zeitnah haushaltspolitische Stimulierungsmassnahmen getroffen werden sollen. In der Schweiz legte der SMI 4,5% zu, wobei die Versicherer die kräftigste Erholung verbuchten. Auch die Staatsanleihen verzeichneten eine gute Performance in diesem Umfeld, das von einer höheren Risikobereitschaft gekennzeichnet war. Sie dürften durch die Aussicht auf die verschiedenen «Quantitative Easing»-Massnahmen der Zentralbanken gestützt worden sein. Die EZB hat die Limite für den Kauf von maximal 33% der Staatsanleihen eines Eurolandes aufgehoben. Auch die Spreads der europäischen Peripheriestaaten haben sich zurückgebildet. Dies gilt auch für das Segment der «Investment-Grade-Anleihen» in den USA, da die Fed Anleihen aufkaufen wird. Und die chinesische Zentralbank hat am vergangenen Sonntag ihre Geldpolitik weiter gelockert, indem sie den siebentägigen Reposatz von 2,4% auf 2,2%, das tiefste Niveau seit fünf Jahren, gesenkt hat.

Dennoch starten die Börsen mit Abgaben in die neue Woche, da die Nachrichten zur Ausbreitung des Coronavirus nach wie vor abschreckend wirken. Sorgen bereitet unter anderem der explosionsartige Anstieg der Fälle in den USA, wo bis jetzt nahezu 130‘000 Infizierte gezählt werden. Die Gesundheitsbehörden schätzen, dass die Anzahl Todesfälle auf bis zu 200‘000 ansteigen könnte. US-Präsident Donald Trump verkündete eine Verlängerung des «Lock-Down» und des «Social Distancing» bis Ende April. Darüber hinaus ist es dem Europäischen Rat nicht gelungen, eine gemeinsame Antwort auf die dringende Lage im Zusammenhang mit Covid-19 zu finden. Die EZB empfiehlt den Banken, ihre Aktienrückkauf- und Dividendenpläne zurückzustellen, was die Kurse unter Druck setzt.

 

Run auf Liquidität

Nach einer lang anhaltenden Periode der Liquiditätsflut in einem von sehr geringen Renditen gekennzeichneten Umfeld haben die Banken den Unternehmen grosszügig umfangreiche Kreditlinien eingeräumt und sind davon ausgegangen, dass diese nie vollumfänglich in Anspruch genommen würden.

JP Morgan hatte Ende 2019 Kreditfazilitäten im Umfang von nahezu 367 Mrd. USD eingeräumt, was 13% der Bilanzsumme der Bank entspricht. Heute gestaltet sich die klassische Unternehmensfinanzierung über die Emission von Anleihen oder die Mittelbeschaffung über IPOs, die bis anhin selbst für Unternehmen von durchschnittlicher Qualität nur eine Formsache war, jedoch sehr viel schwieriger. 

Unter den heutigen Bedingungen veranlasst die fehlende Visibilität und die Angst davor, dass die Banken ihre Kreditlinien neu aushandeln werden, die Unternehmen dazu, sich «intra muros» ein Sicherheitspolster zu beschaffen, indem sie die ihnen bereits eingeräumten Kreditlinien beanspruchen.

In den vergangenen drei Wochen haben nahezu 130 Unternehmen in Europa und den USA bei ihren Banken Mittel im Umfang von über 124 Mrd. USD bezogen. So wie Privatpersonen während der Finanzkrise von 2008 ihre Spargelder abgehoben haben, beziehen nun die Unternehmen die ihnen versprochenen Mittel, allerdings aus anderen Gründen. Die Rating-Agenturen, welche die Qualität der Unternehmen und damit den Umfang der Kredite beurteilen, welche diese aufnehmen können, sind dabei, ihre Unternehmensratings in grossem Stil zu revidieren. 

Die wichtigste Rating-Agentur, S&P Global, hat das Rating von 121 Unternehmen bereits gesenkt und über 175 Unternehmen auf die Watchlist mit negativem Ausblick gesetzt. Diese Revision ist nicht unbegründet, da es seit dem Zweiten Weltkrieg keine Situation mehr gab, welche die Umsätze von zahlreichen Unternehmen von einem Tag auf den anderen auf null sinken liess. 

Bei der Krise von 2008 gingen die Erträge der Unternehmen zurück, aber sie versiegten nicht vollkommen. Selbst wenn die Banken heute in der Lage sind, diese Mittel zur Verfügung zu stellen, so werden diese massiven Bezüge zu einer Verschlechterung ihrer Fähigkeit zur Vergabe von zusätzlichen Krediten führen, um beispielsweise den Wiederaufschwung der Wirtschaft zu finanzieren, solange die beanspruchten Mittel nicht zurückerstattet werden.

 

 

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