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26/09/2022

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Das Wichtigste in Kürze

 USD/CHFEUR/CHFSMIEURO STOXX 50DAX 30CAC 40FTSE 100S&P 500NASDAQNIKKEIMSCI Emerging Markets
Letzter Stand0.980.9510'137.783'348.6012'284.195'783.417'018.603'693.2310'867.9327'153.83905.84
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%YTD7.66%-8.27%-21.26%-22.10%-22.67%-19.15%-4.96%-22.51%-30.53%-5.69%-26.47%

(Daten vom Freitag vor der Publikation)

Verordnete Abschwächung der Wirtschaft

Allgemeine Lage

Wie bereits beim Notenbankertreffen in Jackson Hole bekräftigte der Präsident der US-Notenbank Fed, Jerome Powell, auch bei der jüngsten FOMC-Sitzung seinen Willen, die restriktive Geldpolitik fortzusetzen, um die anhaltende Inflation zu bekämpfen und den nach wie vor angespannten Arbeitsmarkt in den USA abzuschwächen. Für das laufende Jahr wird nun mit einer Inflation von 5,4% gerechnet (4,5% ohne Nahrungsmittel und Energie), wobei das von der Fed gesetzte Ziel von 2% nicht vor 2025 erreicht werden dürfte. Im Weiteren hielt der Fed-Präsident fest, dass die Löhne nach wie vor mit einem Tempo von 5 bis 6% steigen. Der Notenbankausschuss rechnet daher nicht mit einem Rückgang der Inflation bis zum Jahresende und geht zum heutigen Zeitpunkt davon aus, dass der Zinserhöhungszyklus mit erhöhtem Tempo fortgesetzt wird.

Folglich erhöhte die US-Notenbank die Leitzinsen um 75 Basispunkte auf eine Spanne von 3% bis 3,25%. In ihren Projektionen für die Zinsentwicklung geht sie nun davon aus, dass die Fed Funds Ende des Jahres bei 4,4% liegen werden.

Jerome Powell bekräftigte die restriktive Geldpolitik fortzusetzen, um die anhaltende Inflation zu bekämpfen und den nach wie vor angespannten Arbeitsmarkt in den USA abzuschwächen.

Auch die Schweizerische Nationalbank SNB erhöhte ihren Leitzins um 75 Basispunkte auf 0,5% und beendete damit ihre Politik der Negativzinsen. Die SNB schliesst weitere Zinserhöhungen nicht aus und ist bereit, erforderlichenfalls am Devisenmarkt zu intervenieren. Die Wachstumsprognose für das laufende Jahr wurde auf 2% gesenkt, während die Inflationsprognose bei 3% liegt, da sich der starke Schweizer Franken positiv auswirkt und die importierte Inflation dämpft.

Im Zuge dieser neuen geldpolitischen Massnahmen zogen die Anleiherenditen weiter an. Die Rendite für 10-jährige US-Anleihen stieg auf über 3,7%. Der Spread zwischen zwei- und zehnjährigen Anleihen verharrte unverändert bei rund 45 Basispunkten, sodass die Rendite für 2-jährige Anleihen auf nahezu 4,25% anstieg. Der Dollar legte zu.

Die US-Arbeitsmarktdaten für die Woche vom 17. September waren mit nur 213’000 Erstanträgen auf Arbeitslosenunterstützung anstelle der erwarteten 217’000 robust.

Vor diesem Hintergrund verlor der S&P 500 4,65%, während der Technologieindex Nasdaq, der stärker auf Zinserwartungen reagiert, 5,07% einbüsste.

Im Zuge dieser neuen geldpolitischen Massnahmen zogen die Anleiherenditen weiter an.

Die Verlangsamung des weltweiten Wachstums in Verbindung mit den Basiseffekten und dem jüngsten Rückgang der Öl-, Gas- und Rohstoffpreise dürfte letztendlich die Inflation dämpfen und eine Erholung der Finanzmärkte unterstützen.

S&P 500 und Markteinbrüche

Die Finanzmärkte erleben eine äusserst turbulente Zeit. Nach einer zehnjährigen Haussephase und dem spektakulären postpandemischen Boom hatten sich die Anleger daran gewöhnt, dass die Märkte eine gewisse Widerstandsfähigkeit oder sogar Immununität gegenüber externen Störungen erlangt hatten. Allerdings hatten die massiven Interventionen der Zentralbanken die Aktienmärkte auf astronomische Höhen und übertrieben hohe Bewertungen ansteigen lassen. So liegt der historische Durchschnitt der Bewertungen des S&P 500 heute bei einem P/E von rund 18, während er zu Beginn des Jahres noch bei über 25 lag.

Das wirtschaftliche Umfeld hat sich seit vergangenem März grundlegend verändert. Obwohl die US-Notenbank Fed und andere Zentralbanken lange im Voraus angekündigt hatten, ihre Geldpolitik zu straffen, um eine Situation wie im Jahr 2013 zu verhindern, war der Konflikt in der Ukraine nicht eingeplant. Russland durchkreuzte die Pläne der Zentralbanken im März 2022, was eine Inflationsspirale verursachte und die Gefahr einer Rezession aufkommen liess. Diese Entwicklung führte in der Folge zu einer anhaltenden Baisse an den Finanzmärkten. Baissephasen sind jedoch nichts Neues an den Börsen.

In den vergangenen 50 Jahren haben die Aktienmärkte 12-mal Einbrüche von über 15% verzeichnet, was einer Baisse alle vier Jahre und einem durchschnittlichen Verlust von 28% entspricht. Die grössten Verluste wurden bei der Subprime-Krise im Jahr 2007 verbucht (-52% beim S&P500), gefolgt vom Platzen der Internetblase im Jahr 2000 (-47%). Zurzeit verzeichnet der S&P 500 ein Minus von 23%, wobei die Tiefststände im Juni erreicht wurden. In diesen hektischen Zeiten ist es für Anleger wichtig, nicht in Panik zu verfallen, auch wenn sie versucht sein könnten, sich von ihren Positionen zu trennen, denn in 50% der Fälle holen die Märkte die Hälfte des Rückgangs in weniger als 2 Monaten und den gesamten Rückgang in 4 Monaten wieder auf. Eine Erholung kann somit in grossem Umfang und sehr schnell erfolgen. Die Anleger, die investiert bleiben und nicht zu schnell kapitulieren, können von einer solchen Aufholbewegung profitieren.

 

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