loading

Kontakt

12/04/2021

Flash boursier

Mehr

Flash boursier

12/04/2021

Das Wichtigste in Kürze

 USD/CHFEUR/CHFSMIEURO STOXX 50DAX 30CAC 40FTSE 100S&P 500NASDAQNIKKEIMSCI Emerging Markets
Letzter Stand0.921.1011'238.523'978.8415'234.166'169.416'915.754'128.8013'900.1929'768.061'330.36
Trend
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
%YTD4.48%1.74%5.00%12.00%11.05%11.13%7.05%9.92%7.85%8.47%3.03%

(Daten vom Freitag vor der Publikation)

 

Die Ruhe vor dem Sturm... der Berichtssaison

Die jüngsten Zahlen belegen, dass sich die Weltwirtschaft von der Covid-19-Krise erholt. Dank der grösseren Verfügbarkeit der Impfstoffe wird davon ausgegangen, dass die Impfquote bis im Juni 70% in den USA und 40% in Europa erreicht. Der Fortschritt der Impfkampagnen wird die Öffnung der Wirtschaft beschleunigen und in der Folge auch zu höheren Gewinnen führen.

In den Protokollen der Fed wurden nur die während der Sitzung im März diskutierten Angelegenheiten festgehalten. Mit anderen Worten: Die Inflation ist kein Problem, die Wirtschaftserholung ist angelaufen und die Zinsen werden nicht ansteigen, bevor die Beschäftigung das Vorpandemieniveau wieder erreicht hat. Die Anträge auf Arbeitslosenunterstützung sind – mit 16’000 wöchentlichen Anträgen mehr als erwartet –wieder angestiegen. Diese Entwicklung war ausreichend, um die Anleger von einer Fortsetzung der akkommodierenden Geldpolitik zu überzeugen.

Die EZB hat anlässlich ihrer jüngsten Sitzung ebenfalls beschlossen, so lange als erforderlich an der lockeren Geldpolitik festzuhalten. Sie sieht aber dennoch eine Reduzierung der Wertpapierkäufe nach der für das zweite Quartal geplanten vorübergehenden Ausweitung vor.

Obwohl sich eine Reihe von US-Wirtschaftsindikatoren besser als erwartet entwickelt hat, scheinen die Staatsanleihen ein Widerstandsniveau erreicht zu haben, auf halber Strecke des zwischen 2018 und 2020 beobachteten Rückgangs. Die Renditen der 10-jährigen Staatsanleihen fielen seit Anfang April um über 10 Basispunkte, nachdem sie im ersten Quartal um über 80 Punkte nach oben geklettert waren. Diese Stabilisierung ist höchstwahrscheinlich auf das wiedererwachende Interesse seitens der Anleger zurückzuführen.

Im Vorfeld der Berichtssaison über das erste Quartal hielten sich die Trader angesichts der laufenden Sektorrotationen und der Sorge um exorbitante Bewertungen zurück und verzichteten auf grosse Aktienwetten. So wurden am vergangenen Mittwoch in den USA knapp 9,5 Milliarden Aktien gehandelt, das tiefste Volumen in diesem Jahr. Die GAFAM verzeichneten nach wie vor eine Outperformance und verhalfen dem S&P zu einem neuen Rekord. Die Big Five, Microsoft, Alphabet, Apple, Facebook und Amazon, legten im Wochenverlauf ungeachtet einer Welle von Kritik und Regulierungsvorhaben zu ihren Ungunsten zwischen 5% und 8% zu.

Die allgemeinen Probleme, die von bevorstehenden Steuererhöhungen über das Tempo der Wirtschaftserholung bis zu einem Anstieg der Inflation reichen, verunsichern die Trader, die befürchten, dass die aktuelle Ruhe an den Börsen nur von kurzer Dauer sein könnte. Die Kosten für eine Absicherung einer Aktienbaisse sind zurzeit sehr tief, während der Markt voll im Aufwärtstrend liegt. Einige Marktteilnehmer haben sich folglich geradezu auf Absicherungsinstrumente gestürzt.

Die stärkere Nachfrage nach Rohstoffen und die entsprechenden Preiserhöhungen belegen, dass manche asiatische Länder und die USA wieder auf Wachstumskurs sind. Diese Entwicklung unterstützt die weltweiten Exporte und die zyklischen Titel.

 

US-Pläne für eine globale Steuerharmonisierung

US-Finanzministerin Janet Yellen hat ihre Pläne für eine Berichtigung der internationalen Unternehmensbesteuerung enthüllt, damit die Regierungen mehr Steuern von den internationalen Spitzenunternehmen erheben können. Diese Vorschläge, die in Europa mehrheitlich positiv aufgenommen wurden, könnten gemäss der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bis zum Sommer in einer Vereinbarung festgeschrieben werden. Es geht darum, die Unterstützung der Finanzministerien zu gewinnen, die aufgrund der massiven Ausgaben in Zusammenhang mit der Pandemie dringend neue Mittel benötigen. Die Vorschläge aus den USA verfolgen ein doppeltes Ziel: Eine globale Mindeststeuer von 21% festzulegen und dafür zu sorgen, dass Grossunternehmen vermehrt Steuern in den Regionen bezahlen, wo sie ihre Geschäfte tätigen. Es stellen sich allerdings Fragen zur Anwendbarkeit, zur Streitbeilegung und darüber, wie die ärmsten Länder davon profitieren könnten. Die Initiative verleiht jedoch einem Prozess neuen Schwung, der zu Zeiten von Donald Trump beinahe einen Handelskrieg ausgelöst hätte und sich seit Jahrzehnten in einer Sackgasse befindet.

Weltweit tätige Unternehmen erzielen riesige Gewinne, die kaum besteuert werden, während die Löhne stagnieren, was unvermeintlich zu einer Verschärfung der politischen Spannungen führt. Über 135 Länder mit ihren eigenen Prioritäten und Steuersystemen dazu zu bringen, einem Regelwerk mit einheitlichen Unternehmenssteuern beizutreten, ist jedoch ein gewaltiges Unterfangen. Der statutarische Steuersatz, der innerhalb der OECD gilt, lag 2020 bei 23,3%, im Jahr 2000 aber noch bei 32,2%. Die Initiative stiess auf viel Wohlgefallen bei grösseren Ländern wie Frankreich, die am meisten von den Steuern auf den Gewinnen der Unternehmen profitieren könnten, die auf ihren Binnenmärkten tätig sind. Länder mit einem attraktiven Steuersystem und einem grossen Anteil an multinationalen Konzernen wie Irland äusserten jedoch Vorbehalte.

Gemäss Schätzungen der OECD würden mit dieser Vereinbarung rund 100 Mrd. US-Dollar unverteilt, während die Mindeststeuer in Kombination mit den bestehenden US-Vorschriften die weltweiten Staatseinnahmen um jährlich 100 Mrd. US-Dollar steigern würde. Machen wir uns jedoch nichts vor. Die Unternehmen, die im Visier dieser Steuerreform stehen, werden ihre Anstrengungen verdoppeln, um ihre Gewinne vor dem Zugriff durch den Staat zu schützen. Im Weiteren wird sich der Wettbewerb um multinationale Konzerne auf jeden Fall fortsetzen, wenn nicht über Steuerinstrumente, dann auf anderen Wegen.

 

Graph. 1.

 

 

Dieses Dokument dient ausschliesslich zu Informationszwecken. Die Daten stammen aus verlässlichen und aktuellen Quellen. Für die Vollständigkeit und Richtigkeit der Angaben wird jedoch keine Gewähr geleistet. Finanzmärkte und Finanzprodukte unterliegen naturgemäss hohen Verlustrisiken, die sich als nicht vereinbar mit der Risikotoleranz des Lesers erweisen können. Aus dem allenfalls in diesem Dokument aufgeführten bisherigen Leistungsausweis kann nicht auf die zukünftige Performance geschlossen werden. Dieses Dokument stellt keine Empfehlung und kein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder anderen Finanzprodukten für den Leser dar, und es können daher in keinem Fall Haftpflichtansprüche für die Bank daraus abgeleitet werden. Die Bank behält sich gegebenenfalls das Recht vor, von den Empfehlungen in diesem Dokument abzuweichen, insbesondere im Rahmen der Vermögensverwaltungsmandate für ihre Kunden und bei der Verwaltung von bestimmten kollektiven Anlagen. Die Bank ist eine Schweizer Bank, die der Aufsicht und Regulierung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA) untersteht. Sie verfügt nicht über die Bewilligung einer ausländischen Aufsichtsbehörde und wird auch von keiner solchen beaufsichtigt. Folglich können der Vertrieb dieses Dokumentes ausserhalb der Schweiz sowie der Verkauf von bestimmten Produkten an Anleger mit Wohnsitz ausserhalb der Schweiz gewissen Beschränkungen oder Verboten gemäss ausländischem Recht unterliegen. Es obliegt dem Leser, sich diesbezüglich über seinen Status zu informieren und die ihn betreffenden Gesetze und Vorschriften einzuhalten. Wir empfehlen Ihnen, sich an ausgewiesene Spezialisten in der Rechts-, Finanz- und Steuerberatung zu wenden, um Ihre Position im Verhältnis zum Inhalt dieser Publikation abzuklären.